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2015

 

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Bild, das Heranwachsende von sich selbst haben, wie viel Bedeutung sie der Außenwirkung beimessen, und wie Bekleidung und Marken benutzt werden, um eine Botschaft bzw. ein Image zu vermitteln.
Der Autor hat sich dafür eine Situation ausgewählt, in welcher die Zusammensetzung der Gruppe eher homogen ist: Ein kirchliches Sommercamp in Italien. Die Teilnehmer stammen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, jedoch sind Stellung und Tagesablauf in solchen, von der Katholischen Kirche organisierten Programmen selbstverständlich für alle gleich. Alles ist streng geregelt, Gottesdienste und andere religiöse Riten sind natürlich inbegriffen. In dieser verhältnismäßig engen Form bleibt den Pubertierenden trotz allem die Möglichkeit, sich auf ihre Weise auszudrücken und sich aus ihrer Sicht individuell darzustellen.
Die Arbeit sucht die Spannung zwischen Persönlichkeit und Oberfläche, zwischen Sein und Haben, und stellt die Frage, welche gesellschaftliche Auswirkung Dinge, in diesem Falle Kleidung, auf unser Leben haben. Der Autor hat sich 13-15-Jährige für sein Projekt ausgewählt, weil die Veränderungen und Unsicherheiten, die in diesem fragilen Alter durchlebt werden, zum einen die Gesichter als offene Bücher erscheinen lassen, zum anderen die Außensicht und damit das Thema der Darstellung massiv an Bedeutung gewinnen. In dieser Kombination findet Kai-Uwe Schulte-Bunert ideale Voraussetzungen für sein Vorhaben.
In der konkreten Umsetzung wurde besonderes Augenmerk darauf gelegt, die Persönlichkeit der jungen Menschen einzufangen, ihr „Image“ in den Hintergrund treten zu lassen, und genau damit die Ambivalenz des Ganzen zu unterstreichen. Dafür hat sich der Autor mit jedem der Porträtierten intensiv auseinander gesetzt und hat Situationen außerhalb der Gruppen gesucht, in welchen es möglich war, die  menschliche Nähe und das Vertrauen aufzubauen, die notwendig sind, um diese intensiven, teils intimen Bilder in und mit den Jugendlichen zu entdecken.